Artenschutzprogramm

Blühmischungen zur Begrünung der Rebgassen,
Vorgewende und Saumbereiche

Es soll außerdem untersucht werden, ob eine artenreiche Gassenbegrünung auch zur Förderung von Populationen von Zielarten und der Diversität unterschiedlicher, für die Weinberglandschaft repräsentativer Tiergruppen beitragen kann (siehe Monitoring). Ein besonders starker Einfluss von Blühmischungen wird dabei für Arthropoden, wie zum Beispiel Insekten und Spinnen, erwartet.

Für diese Untersuchungen werden in ausgewählten Weinbergen der Modellbetriebe verschiedene Blühmischungen auf Basis von Saatgut heimischer Wildpflanzen regionaler Herkunft (Regio-Saatgut) erprobt. Die ausgewählten Pflanzenarten unterscheiden sich bezüglich ihrer Ansprüche an die Nährstoff- und Wasserverfügbarkeit sowie in ihrer Toleranz gegenüber mechanischer Belastung:

Übersicht AmBiTo-Blühmischungen

Wir untersuchen vier Varianten von Blühmischungen, drei bestehen aus mehrjährigen und eine Mischung aus überwiegend einjährigen Arten. Die Blühmischungen (BM1-3) mit mehrjährigen Arten haben einen gemeinsamen Bestand an Pflanzenarten (Basisarten). Die Basisarten werden mit zusätzlichen Arten ergänzt, die an spezielle Umweltbedingungen angepasst sind, um die unterschiedlichen Standortbedingungen in den Weinbergen zu berücksichtigen.

Neben der Erprobung unterschiedlicher Blühmischungen werden auch Fragen zum optimalen Aussaatzeitpunkt untersucht. Hierfür werden alle Blühmischungen sowohl im Herbst als auch im Frühjahr ausgesät. Für die Herbstaussaat werden die Blühmischungen mit einer Winterbegrünung kombiniert ausgebracht. Bei der Frühjahrsaussaat folgt die Ausbringung der Blühmischungen nach Umbruch der Winterbegrünung im Frühjahr.

BM1 wurde für frische, nährstoffreiche Standorte konzipiert.

BM2 wurde für trockene, nährstoffarme Standorte entwickelt.

BM3 ist am besten für mechanisch stärker beanspruchte Gassen geeignet.

BM4 besteht vornehmlich aus einjährigen Pflanzenarten. Diese wird in Weinbergen erprobt, bei denen aufgrund von zu starker Trockenheit eine dauerhafte Begrünung in den Sommermonaten nicht möglich ist.

Für Böden mit hohem Kalkgehalt gibt es jede mehrjährige Blühmischung zudem noch in einer Variante mit besonders kalkliebenden Arten (BM-K).