News & Termine

Hier informieren wir Sie über alles Aktuelle bei AmBiTo.

Am 30. Juni 2021 fand ein Ortstermin zum Schutz der Smaragdeidechse in Monzingen und Meddersheim mit Fachexpertinnnen und Experten, Winzerinnen und Winzern der AmBiTo-Modellbetriebe an der Nahe statt: Die Reptilienexperten Sigrid Lenz und Sascha Schleich erläuterten, welche bestehenden Strukturen in den Weinbergen für den Erhalt der Smaragdeidechse schützens- und erhaltenswert sind. Gleichzeitig gaben Sie Handlungsempfehlungen zur Aufwertung des Lebensraumes durch Schaffung von Strukturen wie Stein- und Totholzhaufen und Säume entlang von Parzellen als Wanderkorridore. Winzer Heiko Bamberger vertrat die praktische Bewirtschafterperspektive und stellte mögliche Probleme und Hemmnisse bei der Umsetzung der Maßnahmen dar, um praktikable Lösungen zu entwickeln.

Die Westliche Smaragdeidechse hat an der Nahe einen der deutschen Verbreitungsschwerpunkte. Die Art ist bundesweit sowohl stark von der Nutzungsaufgabe als auch von der intensivierten Nutzung der Rebflächen negativ betroffen. Die Population an der Nahe verteilt sich auf mehrere Teilbereiche, die mitunter nicht mehr miteinander verbunden sind. Die Eidechsen sind somit voneinander isoliert, was die Art sehr anfällig macht. Schutzmaßnahmen zielen daher darauf ab, bestehende Teilpopulationen zu stärken und die noch besiedelten Bereiche wieder über Ausbreitungskorridore zu vernetzen. Die Weinbergslagen können durch die Winzerinnen und Winzer über ein angepasstes Mahdmanagement – nur Teilbereiche mähen, alternierend und nicht vor August – sowie das Belassen und Anlegen von Stein- und Holzstrukturen gefördert werden. Je vielfältiger die Lagen begrünt sind, desto höher ist das Nahrungsangebot in Form von Insekten und Spinnen.

Mit den Artenschutzmaßnahmen an der Nahe soll die Population der Smaragdeidechse gestärkt werden. Winzerbetriebe, die Interesse an einer Kooperation haben, können sich gerne an unsere Biodiversitätsberatung wenden.

Am 23.06.2021 kamen im NABU-Zentrum in Schmiden zum Auftakt des AmBiTo-Artenschutzprogramms für den Steinkauz in Württemberg Vertreterinnen und Vertretern der Winzerschaft mit regionalen Naturschutzakteuren und den AmBiTo-Biodiversitätsberatern zusammen. Teilgenommen haben Saskia Wörthwein und Dieter Strauß von der Weinmanufaktur Untertürkheim, sowie Christoph Kern und Ulrich Bellon von der Kellerei Wilhelm Kern. Auch die IG Streuobst Kernen war mit Roland Mannschreck vertreten. Zur Eröffnung stellte Gastgeber Michael Eick vom NABU Fellbach den Teilnehmerinnen und Teilnehmern den Steinkauz, Deutschlands zweitkleinste Eulenart, mit ihren besonderen Lebensraumansprüchen in einem kurzen Vortrag mit eigenen Bildern vor. Anschließend folgte eine Geländeexkursion zu einer nahegelegenen Obstbaumallee. Hier brüten in langjähriger Tradition zuverlässig Steinkäuze in Niströhren.

Den Teilnehmenden bot sich die außergewöhnliche Gelegenheit, den Steinkauz hautnah zu erleben und sogar als Namensgeber tätig zu werden: Gleich drei Jungvögel konnten in einer angebrachten Niströhre aufgefunden und im Anschluss daran individuell markiert werden. Nach einer Vorstellungsrunde durften Anton, Benjamin und Andrea-Cosi beringt, vermessen und gewogen, in die elterliche Niströhre am alten Birnbaum zurückkehren. Im Nachgang dieser federechten Begegnung mit den kleinen Jägern folgte innerhalb der Teilnehmerschaft eine intensive Maßnahmenabstimmung mit dem Ziel, den Steinkauz auch verstärkt im Umfeld der lokalen Weinbaulandschaft zu fördern. Dem NABU Fellbach wurden initial zehn Steinkauzröhren überreicht, welche von dort aus an die Mitglieder der Weinmanufaktur Untertürkheim und der Kellerei Kern verteilt werden sollen. Unter Anleitung der Naturschützerinnen und Naturschützer werden diese dann an geeigneten Stellen aufgehängt. Im Projektverlauf werden weitere Steinkauzröhren bereitgestellt und zukünftige Habitatbäume gepflanzt. Die AmBiTo-Biodiversitätsberatung bedankt sich herzlich bei Michael Eick für die Gastfreundschaft und die in Kooperation mit dem NABU Fellbach durchgeführte hervorragende Auftaktveranstaltung. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus der Winzerschaft und der IG Streuobst Kernen danken wir für das Interesse und Engagement zum Schutz des Steinkauzes in Württemberg. Dieser wird sich in naher Zukunft sicherlich sehr dynamisch entwickeln!

Am 8. Juni 2021 waren die AmBiTo-Biodiversitätsberater in Albig (Rheinhessen) beim Weingut Jung & Knobloch zu einer Begehung: Zusammen mit Tobias Jung (Weingut Jung & Knobloch), Günther Trautwein (Volontär in Albig) sowie Rainer Michalski und Christian Henkes vom NABU Rheinhessen wurden Flächen begutachtet, auf denen zukünftig Wiedehopfkästen angebracht werden.

Im Rahmen des AmBiTo-Artenschutzprogramms soll der Wiedehopf in der Region Rheinhessen gezielt gefördert werden. Hierzu werden den Modellbetrieben speziell für den Wiedehopf angefertigte Nistkästen zur Verfügung gestellt. Wichtig für die erfolgreiche Ansiedelung des Wiedehopfes sind aber nicht nur die Nistmöglichkeiten, wie Bruthöhlen in einem vor Publikumsverkehr geschützten Bereich, sondern auch das Vorhandensein geeigneter Nahrungshabitate.

Der Wiedehopf stochert gern auf Flächen mit niedrigwüchsiger Vegetation oder offenen Bodenstellen, wie sie in den Weinbergen anzutreffen sind, nach seiner Insektennahrung. Grundsätzlich ist bei dem Schutz des Wiedehopfes, aber auch allgemein für den Erfolg der Artenschutzmaßnahmen, eine Zusammenarbeit zwischen den Winzerinnen und Winzern, dem örtlichen Naturschutz sowie engagierten ehrenamtlichen Ortsgruppen unerlässlich. So wurde im Zuge des Ortstermins in Albig auch diese Zusammenarbeit gestärkt.

Zum Schutz des Apollofalters in der Moselregion haben wir vom AmBiTo-Biodiversitätsprojekt ein „Apollofalter-Symposium“ initiiert, bei dem wir externe Expertinnen und Experten aus verschiedenen Bereichen vernetzen: Am 19.4.2021 fand das erste virtuelle Treffen in einer Online-Konferenz statt, insgesamt 14 Naturschutzakteure und -akteurinnen und engagierte Winzerinnen und Winzer nahmen teil.

Thematisiert wurden der aktuelle Gefährdungsstatus des Mosel-Apollo, geeignete Maßnahmen zur Rettung des Falters sowie die Vorstellung verschiedener Projekte, die bereits zum Schutz des Apollofalters initiiert wurden. Dazu zählen das „Rettungspaket Apollo Untermosel“ im Rahmen der „Aktion Grün“ unter Beteiligung der Unteren Naturschutzbehörde Kreis Mayen-Koblenz und das bereits erfolgreich durchgeführte Apollofalter-Projekt im Kleinziegenfelder Tal (Franken).

Das Symposium ermöglichte einen umfangreichen Erfahrungsaustausch und eine Beratung zu Maßnahmen, die in Zukunft noch weitläufiger umgesetzt werden sollen, um diesen stark vom Aussterben bedrohten Tagfalter, seinen Lebensraum und den seiner Raupen besser zu schützen.

Der Grundstein für gemeinsame Kooperationen zwischen den lokalen Akteuren im Naturschutz und den Winzerinnen und Winzern wurden gelegt und sollen das Fortbestehen des Mosel-Apollo langfristig sichern.

Ursächlich für die Bedrohung dieser inzwischen seltenen Art ist vor allem die Verbuschung von Falter- und Raupenhabitaten und infolgedessen ein Mangel an Futterpflanzen und der Wirtspflanze der Raupe – dem Weißen Mauerpfeffer, auch Weiße Fetthenne genannt – in den Steilhängen. Für die anschließende Pflege der entbuschten Flächen hatten die ebenfalls am Symposium teilnehmenden Vertreterinnen und Vertreter der Deutsche Bahn ihre Unterstützung angeboten.

AmBiTo setzt sich für bedrohte Tierarten wie den Apollofalter ein und wird die Nahrungsgrundlage des Falters und seiner Raupen verbessern, u.a. durch das Freistellen von Flächen und die Etablierung geeigneter Futterpflanzen.

Winzerbetriebe, die Interesse an einer Kooperation haben, können sich gerne an unsere Biodiversitätsberatung wenden.

An der Mosel, in Rheinhessen, Nahe, Franken und in Württemberg hat die Umsetzung des AmBiTo-Artenschutzprogramms begonnen. Gemeinsam mit AmBiTo-Modellbetrieben und lokalen Naturschutzakteuren werden Maßnahmen zum Artenschutz für die besonders gefährdeten Zielarten Mosel-Apollofalter (Parnassius apollo vinningensis), Wiedehopf (Upupa epops), Westliche Smaragdeidechse (Lacerta bilineata), Ortolan (Emberiza hortulana) und Steinkauz (Athene noctua) entwickelt und durchgeführt. Ein weiterer Schwerpunkt des AmBiTo-Artenschutzprogrammes liegt darauf, Naturschutz-Akteure zusammenbringen, Fachleute zu vernetzen, Interessenten informieren – um schließlich die Maßnahmen gemeinsam in die breitere Umsetzung bringen. Die einzelnen Maßnahmen werden im Rahmen der News zu den jeweiligen Begehungsterminen vorgestellt.

Alle Termine der Regionalforen wurden aufgrund der aktuellen Corona-Entwicklung abgesagt und finden am 29.10. sowie am 4.11.2020 ab 16 Uhr online statt! Wenn Sie teilnehmen möchten, melden Sie sich bitte hier an: Anmeldung

Lernen Sie AmBiTo persönlich kennen und treffen Sie unser Expertenteam: In regional stattfindenden Foren informieren wir regelmäßig über den Fortgang des Projektes, über neue Erkenntnisse auf Basis der wissenschaftlichen Begleitforschung und Erfahrungen unserer Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer. Lernen Sie teilnehmende Betriebe kennen, erfahren Sie, wie Sie selbst Partnerbetrieb werden können oder teilen Sie Ihre eigenen Erfahrungen mit Biodiversitäts-Maßnahmen.

Im Herbst 2020 finden fünf Regionalforen statt:

27.10.2020 17–19 Uhr
Heymann Löwenstein, Winningen (Mosel)
www.heymann-loewenstein.com

29.10.2020 17–19 Uhr
Weingut Egon Schmitt, Bad Dürkheim (Pfalz)
www.schmitt-wein.de

3.11.2020 17–19 Uhr
Winzerkeller Sommerach, Sommerach (Franken)
www.winzer-sommerach.de

4.11.2020 17–19 Uhr
Weingut Braunewell, Selztal (Rheinhessen)
www.braunewell-wein.de

5.11.2020 17–19 Uhr
Weingut Schloss Neuweier, Baden-Baden (Baden)
www.schloss-neuweier.de

Wenn Sie an einem der Regionalforen teilnehmen möchten,
nehmen Sie gern Kontakt mit uns auf über artenvielfalt@fair-and-green.de

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